Die Bahn ist nach wie vor das beste, was ich je geschaffen habe. Insbesondere der erste Absturz ist einmalig! Ebenso der spätere Übergang von der Rechts- in die Linkskurve, der einen fast in den Zustand der Schwerelosigkeit versetzt und sich bei aller Dramaturgie butterweich fährt!

Zitat: Werner Stengel
Quelle: (eap)

Der 2001 eröffnete Mega-Coaster der Schweizer Firma Intamin „Expedition GeForce“ war der erste seiner Art auf dem Europäischen Kontinent, und zählt auch noch 16 Jahre nach der Eröffnung, noch immer zu einem der Besten der Welt. 10 Millionen Euro investierte die damalige Besitzerfamilie Schneider in die Europapremiere. Doch was macht die Expedition GeForce, außer ihrer Fahreigenschaften, so spektakulär? Direkt zu Anfang fällt der einzigartige First Drop mit einer Neigung von 82 Grad und einer gleichzeitigen Drehung von 74 Grad um die Längsachse auf. Dieser ist wie wenige wissen, aus der Not entstanden. Der ehemalige Besitzer des Parks, Wolfgang Schneider, wollte einen geraden und den damals weltweit steilsten First Drop. Dies wurde aber aufgrund des Platzmangels durch den Ingenieur Werner Stengel vereitelt und somit entstand der einzigartige First Drop. Die höchste Erhebung der Bahn beträgt 62 Meter, wobei die eigentliche Schienenhöhe nur 53 Meter misst. Die restlichen 9 Meter hat man mit einem Mast direkt an der Spitze des Lifts so herbei geschummelt um den Rekord für die damals höchste Achterbahn in Deutschland zu bekommen. Auf die 53 Meter wird man mit einer Geschwindigkeit von ca. 15 Km/h mit einem so genannten „Catch Car“ befördert. Dieses Prinzip kam zuerst im Jahre 2000, bei der Eröffnung des Giga- Coasters Millennium Force im US-amerikanischen Cedar Point zum Einsatz und wird seitdem auf allen Mega-Lite-, Mega-, Hyper- und Giga-Coastern des schweizerischen Herstellers eingesetzt. Das Ganze wird von einer elektrischen Hochleistungswinde angetrieben.

Dies funktioniert mit 2 Stahlseilen, von denen eines nach oben läuft, das dafür sorgt, dass das Catchcar samt Zug an die Spitze des Lifts gezogen wird. Seil Nr. 2 verläuft unterhalb der Bahn, geführt von mehreren Umlenkrollen zu einem Spannzylinder am Fuße des Lifts, der dafür sorgt, dass dies ständig unter Spannung bleibt. Außerdem ist das 2. Stahlseil für die Rückführung des Catch Car´s verantwortlich. Sobald die Fahrt durch die Expeditionscrew gestartet wird, fährt das Catch Car aus seiner Ausgangsposition unter den Zug, rastet dort in den Mitnehmerhaken unter Wagen Nr. 3 ein und wird von der o.g. Hochleistungswinde auf die höchste Erhebung der Bahn befördert. 

Aber was passiert wenn aus unvorhersehbaren Gründen der Zug während des Aufstiegs plötzlich zum Stehen kommt? Damit der Zug nicht wieder von allein in die Station rollt, sorgen 4 Rücklaufsperren, jeweils 2 an Wagen Nr. 3 und Nr. 7 für die notwenige Sicherheit. Kommt es zu einem Stopp, fallen diese 4 Bolzen, die durch die Vorwärtsbewegung des Zuges oben gehalten werden, in die auf dem Lift angebrachten Lochleisten. Damit die Bolzen während des Aufstiegs nicht auf der Schiene schleifen, sind dafür an jeder Rücklaufsperre kleine Vollgummiräder angebracht. Durch die Vorwärtsbewegung des Zuges werden die Rücklaufsperren oder auch Chain Dogs genannt nach oben gedrückt.
Klingt der Zug oben aus, verschwindet der Mitnehmer in einem dafür vorgesehenen Schacht. Sobald der Zug über die Kuppe gefahren ist, rollt das Catch Car, während die Mitfahrer die rund 1200 m Streckenlänge passiert haben, auf seine Ausgangsposition in die Station zurück. Hat der Zug die zahlreichen Camelbacks, Overbanked Turns und den legendären 113 Grad Umschwung überwunden, kommt er mit ca. 70 km/h in der Bremszone an. Dort wird er von 6 festen und 8 beweglichen Wirbelstrombremsblöcken, die sich jeweils links und rechts an der Schiene befinden, sanft zum Stehen gebracht. Dies funktioniert mit Hilfe von Magneten. An jedem Wagen ist auf beiden Seiten jeweils ein Bremsschwert angebracht. Sobald der Zug in der Bremse ankommt, werden die Bremsschwerter durch die Magnetblöcke gezogen. Da die beiden Magnete unterschiedlich gepolt sind stoßen sie sich ab, wodurch der Zug zum Stehen kommt.

Expedition GeForce, ein Meilenstein in Achterbahntechnologie, ein monumentaler Schritt in die Neuzeit moderner Freizeitparkkultur.

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